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Stricken Spinnen Knipsen Energie

Wolliges Tagebuch – Wooly Diary

Posted by beyenburgerin - Januar 5, 2014

Unsere Spinngruppe ist jetzt berühmt. Kate Larson hat über die Spinngruppe und den Spinnfilm einen Blogpost auf dem Blog von Spinningdaily.com geschrieben. Das Foto entstand beim letzten Mitmachspinnen im Wülfingmuseum im September 2013. Der Webstuhl im Hintergrund  ist übrigens etwa 300 Jahre alt.

Our spinning group is famous now. Kate Larson wrote a blogpost about our spinning group and the film about spinning on Spinningdaily.com. I took this photo during „Mitmachspinnen“ in the Wülfing Museum last September. By the way, the loom in the background is about 300 years old.

Ende 2013 war dann noch absolutes Frustspinnen angesagt, oder besser gesagt Therapiespinnen. Es ist fast zwei Jahre her, dass ich in der Berufsschule eine sehr gefährliche Gewaltsituation erlebt habe (und in den Jahren davor vier weitere). Ich habe dann noch etwa neun Monate im Job durchgehalten, bis meine Nerven nocht mehr mitmachten, posttraumatische Belastungsstörung (das ist keine psychische Krankheit, sondern sozusagen eine „Verletzung der Seele“, die einen innerlich erstarren lässt sowie einige weitere unangenehme Symptome). Seitdem suche ich eine angemessene Therapie und bin bisher nicht fündig geworden. Stattdessen wurde ich Anfang Dezember mal wieder von  einer Therapeutin massiv retraumatisiert und muss leider wieder und wieder durch all den Horor durch, den ich schon hoffte hinter mir gelassen zu haben. Retraumatisierung heißt nicht, dass ich einen Knall habe, es bedeutet, dass die seelischen Wunden wieder gewaltsam aufgerissen werden, so dass man es kaum noch ertragen kann. Irgendwie scheint es in unserer Region keine fähigen Traumatherapeuten zu geben, die von der Krankenkasse bezahlt werden. Ich werde demnächst zu einer Heilpraktikerin gehen, ihre Methode wurde 40 Jahre erprobt und hat sich bewährt.

Da war also exzessives Therapiespinnen angesagt, um die Nerven wieder wenigstens ein bisschen in den Griff zu bekommen. Angefangen hatte ich mit dieser Wolle vor Weihnachten, aber es ging erst nach Weihnachten so richtig rund und 40 Minuten vor Ende des alten Jahres war sie fertig: Blauwe Texelaar dreifädig, 1725 g und 1740 m. Mal sehen, vielleicht wird es eine Decke.

In the end of 2013 I had to spin out of frustration, or to be more precise for therapy. It is almost two years ago that I was in an act of dangerous violence in vocational school (and four more in the years before). I went on teaching for about nine months before I had a nervous breakdown., posttraumatic stress disorder (that is no psychic disease, you can call it „an injury of the soul“, you kind of freeze inside among some other unpleasant symptoms). Since then I am loooking for an appropriate therapy and could not find any so far. Instead of that, another therapist retraumatised me severly and now I have to go through all this horror again and again that I had hoped to leave behind. Being retraumtised does not mean that I am lunatic, it means that the wounds of my soul were torn open again violently so much that I can hardly bear it. It seems there are no qualified trauma therapists in this region at all that are covered by the health insurance. I will soon see a healer, she is qualified in a method that has proved to be helpful for 40 years.

So I had to do excessive spinning to get at least a bit of control on my nerves again. I started to spin this yarn before Christmas, but I spun most of it after Christmas and it was finished 40 minutes before the end of the year: Blauwe texelaar 3-ply, 1725 grams and 1740 meters. Maybe it will become a blanket.

Die Wolle ist vom linken Vlies/ The yarn is spun from the fleece on the left

Stricken kann ich trotz des Rückfalls noch, allerdings fehlt mir die Konzentration, um die CrissCross Anleitungen für die Veröffentlichung fertig zu machen. Ich bitte deshalb um etwas Geduld, ich werde versuchen, die ersten Anleitungen im Januar online zu bringen. Hier ist noch ein CrissCross Nine aus 6-fach Sockenwolle

I can still knit in spite of the relapse, but I still lack the concentration to continue with the CrissCross patterns so that they are ready for being published. I hope you can still be patient with me, I will try to start bringing some of them online in January. Here is another CrissCross Nine from 6-ply sock yarn.

Ich habe noch einen CrissCross One symmetrisch gestrickt, diesmal aus selbstgesponnener navajogezwirnter Corriedalewolle. Die CrissCross One Anleitung wird zwei Anleitungen beinhalten, asymmetrisch und symmetrisch.

I knit another CrissCross One symmetrically, this time from selfspun chainplied Corriedale. The CrissCross One pattern will include two patterns in fact, asymmetrical and symmetrical.

Ich hoffe jetzt einfach, dass 2014 endlich mal ein besseres Jahr wird als die beiden vorangegangenen, die waren wirklich kaum zu ertragen.

I hope that 2014 will be a better year than the two years before, they were really hard.

6 Antworten to “Wolliges Tagebuch – Wooly Diary”

  1. edith said

    Ich wünsche dir von Herzen auch aus weiter Ferne, dass bald die richtige Hilfe kommt. Spinnen ist wirklich Therapie. Da kann der Geist zur Ruhe kommen und sich sammeln. Die Decke wird sicher richtig gut wärmend. Vermutlich eher bis náchsten Herbst.
    Alles Liebe
    edith

  2. Birthe Schaub said

    Oh mensch…wie kann ich Dich verstehen. Als ehemalige Mitarbeiterin einer Jugendwohngruppe mit dann ner ordentlichen Angst und Panikstörung. Ich bin raus aus dem Job.
    Ich denke inzwischen, es gibt gute und schlechte Zeiten…..2013 war bloed…zumindest in manchen Teilen. Ich habe mkch aber an Deinen Strickanleitungen erfreut, wenn auch mit manch verwirrungen in meinem Kopf….grinns..Auf das neue Jahr mit wenigen Rueckfällen und viel viel Positivem.
    Lg und Du schaffst das
    Birthe aus Hamburg

    • beyenburgerin said

      Dann kennst du ja auch so einiges. Man klappt erst dann ein, wenn einem Vorgesetzte auch noch in den Rücken fallen. Rückblickend muss ich mich wundern, wie lange ich funktioniert habe.
      Es gibt immer die Möglihkeit, dass die schlechten Zeiten enden, aber man muss auch die richtige Hilfe dafür finden. Ich hoffe, dass mein neues Konzept fernab von den „studierten Psychotherapeuten“ besser klappt. Und ich will so weit kommen, dass ich nie mehr einen Rückfall haben werde und das irgendwann alles hinter mir lassen kann.
      Tja, Anleitungen müssen eben anders sein😉 sonst sagt irgendwer, dass sie geklaut sind. Also muss man Anleitungen machen, bei denen man ein bisschen „um die Ecke denken“ muss, und das will erst gelernt sein. Ich hoffe, dass meine innere Blockade und Lähmung bald weniger wird und ich die nächsten Anleitungen schreiben kann.
      Nachdem ich nun so einige Fachliteratur gelesen habe sehe ich Angst udn Panikstörungen auch etwas anders. Die Frage ist dann immer, ob es nicht eine oder mehrere traumatische Situationen gegeben hat, die der Auslöser waren. Und hier ein Tip: Schau mal bei diesem Dokument auf Seite 3 den Gefühlsstern an http://www.beltz.de/fileadmin/beltz/leseproben/978-3-621-27631-3.pdf . Den Rest des Dokuments habe ich nicht gelesen, aber den Gefühlsstern habe ich andwerweitig kennen gelernt. Er hat mir geholfen, die Panikattacken in den Griff zu bekommen, mit denen ist seit 5 Monaten Ruhe.

      LG Brigitte

  3. Birthe Schaub said

    Hallo Brigitte,
    Ich werde den Artikel heute Abend einmal in Ruhe lesen, vielenDank schon einmal.
    Mir gehts ja ein Glück auch schon sehr gut. Ich habe nur noch immer bestimmte Dinge die ich meide.
    Ich habe auch einen Ansatz für mich gefunden, dem ich nachgehe und ich mag Feldenkrais. Das entspannt mich sehr…
    Lg Birthe

  4. Birthe Schaub said

    Vielen Dank Brigitte, sehr sehr interessant. Dafür ist es jetzt spät geworden.
    Ich denke weiter nach und probiere aus. DIR AUCH VIEL KRAFT, Gruß Birthe

  5. Anja said

    Hallo Brigitte,

    ich arbeite in der stationären Kinder-und Jugendhilfe und fand den Artikel sehr interessant. Vielen Dank für den link.

    Texel habe ich bis jetzt noch nicht versponnen. Ich habe noch jede Menge Crossbread (braungrau) zu verspinnen, die eignet sich aber eher für robuste Stricksachen.

    LG Anja

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